Naturfarm Rhodos - Urlaub beim Selbstversorger

Im Urlaub auf Rhodos die Vorteile der Selbstversorgung erkennen oder einfach nur genießen

Naturfarm Rhodos - Urlaub beim Selbstversorger

Ackerbau & Viehzucht

Aufteilung der Farm
Aufteilung der Farm: Rechts Tourismus Bereich, links Tier Bereich und dazwischen überall Ackerbau

Die beiden selbstversorgenden Komponenten Ackerbau & Viehzucht ergänzen sich wunderbar, passen aber eigentlich gar nicht auf einer kleinen Farm zusammen. Zum einen kann man das ganze Futter für die Tiere selbst erzeugen, zum anderen wollen die Tiere aber das Futter zu einem Zeitpunkt, wo es noch gar nicht richtig groß gewachsen ist. Man muß also beides räumlich aufwendig trennen. Es kommt dabei auch auf die Tiere an, die man hält.

Wie jeder kleine Bauer fängt man mit kleineren Tieren an, wie Hühner, Truthühner, Ente, Gänse und Hasen. Außer Hasen können die alle fliegen oder scharren und graben. Wenn sie nicht über den Zaun kommen, graben oder nagen sie sich unten durch. Als wir es mit etwas „Größerem“ versuchten, dem ersten Mutterschaf LINDA, waren die Schäden auch größer. Schafe können hier zwar nicht fliegen, aber alle Obstbäume beschädigen können sie schon. Als dann das Baby kam, haben 2 Schafe die Bäume beschädigt. Ich habe LINDA dann gegen ein Enten Paar getauscht und meinen Traum vom ersten Schwein oder gar eine Kuh platzte einfach. Ein weiteres Problem bei größeren Tieren ist die nun mal notwendige Schlachtung zur Selbstversorgung. Ich habe in der Zeit in der Türkei mindestens 20 Wildschweine zerlegt, aber die hatte ein Jäger vorher erschossen. Und bei LINDA kam noch ein Problem dazu: Wenn man einem Tier einen Namen gibt, kannst du (ich) es nicht mehr schlachten.

Aber das Problem mit der Tierhaltung neben dem Ackerbau hat letztlich einen Vorteil gebracht:

  1. Man sieht, wie viel Futter man erzeugen muß, um die Tiere möglichst kostenfrei ernähren zu können. Etwa 11 Kg Grünfutter für 1 Kg Fleisch wurde mal errechnet.
  2. Mein Futter für die Tiere ist das Gleiche „Futter“ das wir essen. Alle Kohlsorten und Salate sowie Zitrusfrüchte vorrangig im Winter (Hier wächst ja 12 Monate immer irgendwas). Kürbis und Tomaten sowie Aprikosen und Feigen dann im Sommer. Der Kürbis wurde bei mir Frucht 2020. Simpel in Anbau und Pflege und gigantisch im Ertrag.

Was ist nun aber der Vorteil?

Frisch geerntetes und traditionelles Obst & Gemüse schmeckt wirklich ganz anders und ist nicht zu vergleichen mit anderem „Aufzucht-, Ernte-, Transport-, Lagerung- und Präsentationsverfahren“, wie Sie es sicher aus den großen Verkaufshallen von EWER, AKEDE und anderen kennen, wo Sie immer mit der U-Bahn METRO hinfahren. Ich meine z.B.: die grün geernteten Bananen, die in einen hermetischen Container mit Giftgas 3 Wochen über den Atlantik schippern und dann in Hochsicherheits – Schutzanzügen entladen werden. Guten Appetit und die wohlschmeckenden Holland Tomaten nur am Rand erwähnt.

Ja man erkennt den widersprüchlichen Menschen, der 1 Kilo gesundes schmackhaftes Gemüse einer Gans vorwirft um 10 Gramm Gänsefett und 90 Gramm Gänsebrust in die Pfanne hauen zu können.

Ich habe also meinen Fleischkonsum stark reduziert und unter anderem den Kürbis entdeckt, den ich nie richtig mochte. Selbst unsere Gäste lieben ihn zum Frühstück geröstet mit Ei, als Vorsuppe zum Dinner oder als Puffer zum Dessert.

Um das große Thema gesunde Ernährung mal als Selbstversorger darzustellen, könnte man sagen, daß tatsächlich gesunde Nahrung sich auf jeden Fall durchsetzt. Viel frisches Obst & Gemüse aus traditionellen Pflanzen ohne Spezialzüchtungen und angemessen wenig gesundes Fleisch ist ok.

Allerdings bezweifle ich, daß der deutsche BIO Markt tatsächlich so BIO ist. Allein durch die Tatsache, daß 54 % der deutschen Ackerflächen mit dem umstrittenen Pestizid Round UP (Glyphosat) „behandelt“ werden, hat also statistisch gesehen jeder BIO Bauer mehr als 2 Nachbarn, die neben seinem BIO Anbau dieses Pestizid ins Grundwasser einleiten, seit Jahren! BIO Anbau ist schon teuer, also muß man mit eigenen Grundwasser gießen. Glauben sie wirklich das Glyphosat angereicherte Grundwasser des Nachbarn macht vor der Grundstücksgrenze des Biobauern halt? Dazu kommen noch die überhöhten Nitratwerte im Grundwasser und andere Pestizide und Kunstdünger.

Was für ein BIO Produkt können Sie da in Deutschland erzeugen?
Ich würde da ganz intensive über Selbstversorgung nachdenken!